Herzlich willkommen

und vielleicht auch gleich schon wieder

 

Auf Wiedersehen,

 

denn die ab 1996 erschienene Vierteljahresschrift „Yoga und ganzheitliche Gesundheit“, 24 Seiten voll kompakter Informationen und ganz ohne Werbung, ist nach dem Heft Nr. 86 im Juni 2017 eingestellt worden.

 

 

B i t t e  n e h m e n  S i e  z u r  K e n n t n i s 

(Stand 2. 8. 20 18):

 

Diese Website und die dazu gehörige E-mail-Adresse, info@yoga-zeitschrift.de, habe ich zum 19.8.18 gekündigt. Falls meine langjährige www-adresse von jemandem übernommen wird, hat nichts von dem, was möglicherweise in Zukunft unter www.yoga-zeitschrift.de erscheinen könnte, etwas mit mir zu tun.

 

In meiner Vierteljahresschrift habe ich 21 1/2  Jahre lang das vertreten, was ich an "The Yoga Institute" in Mumbai gelernt habe und durch eigenes Lernen, Nachfragen, Nachdenken, Lesen, Reflektieren und einigermaßen disziplinierte Yoga-Praxis seit etwa 40 Jahren eigenständig daraus gemacht habe. Meine ständige Inspiration und mein großes Vorbild war dabei Dr. Jayadeva Yogendra (verstorben am 16.2.2018). Ich kannte seinen Vater, den Institutsgründer Shri Yogendraji, der mich einmal einem Besucher mit den Worten vorstellte: "Das ist Hella. Sie versteht viel von Yoga, wenn sie auch nicht so aussieht." (Dabei trug ich damals nicht mal mehr rotgefärbtes Haar!) Ich kannte auch Dr. Jayadevas Mutter, "Mother" Sita Devi, so gut, dass ich schon vor Jahren ein Buch über sie mit Auszügen aus Ihren Briefen an mich geschrieben habe, das jedoch - wie könnte es für mich anders sein - von etwa 20 deutschen Verlagen abgelehnt wurde.(Ebenso wie mein "Sieben Wochen in Klein-Tibet - Gesellschaft im Wandel". Ebenso wie vieles, vieles seit vielen, vielen Jahren von verschiedensten Seiten)

 

In meiner Vierteljahresschrift habe ich mehrere deutsche und einen Schweizer ehemalige Schüler oder lediglich Besucher des Instituts zu Wort kommen lassen. Ich möchte jedoch klarstellen, dass ich persönlich nur diejenigen als Yoga-Praktizierende anerkenne, die die "Fünf Yamas" zur Grundlage ihrer eigenen Yoga-Bemühungen machen. Diese 5 Yamas stellen die erste von 8 Stufen des klassischen Yoga nach Patanjali dar. Auch die "Hatha Yoga Pradipika" nennt als Grundlage Yamas, die sich mit den klassischen decken und noch zahlreicher sind.

 

(Die Yamas sind lebenslang durchzuhaltende Bemühungen, das Folgende zu vermeiden:

1. Gewalt in jeder Form, d.h. gedanklich, sprachlich und körperlich; selbst ausgeübt, veranlasst oder nur gebilligt; begangen aus Gier, Hass oder Verblendung; in milder bis stärkster Art.

2. Unwahrheit. Auch dieser Punkt beinhaltet weit mehr als Lügen. Man entfernt sich auch von der Wahrheit durch Verdrehung, Verschweigen, Verhüllung etc.

3. Stehlen. Auch dies ist mehr, als anderen direkt in die Tasche zu greifen.

4. Missbräuchliche Sexualität

5. Unmäßiges Habenwollen, Begehrlichkeit, Raffgier usw. 

So viel als Einschub, um die Yamas zu erklären, damit man weiß,

wovon ich hier spreche.)

 

Distanzieren möchte ich mich auch endlich schriftlich von der Organisation Yoga-Vidya, über die ich einmal in "Yoga und ganzh.Gesundheit" leicht positiv berichtet habe. Das war aber bevor ich wußte, dass ein wegen gewalttätiger Einbrüche ehemalig Inhaftierter von Yoga Vidya als "Yoga-Lehrer" zertifiziert wurde. Wie mir jemand sagte, soll dieser "Yoga-Lehrer" in einer TV-Sendung gezeigt haben, wie er einer schon am Boden liegenden Frau noch auf den Kopf trat! Wie weit ist unsere Gesellschaft eigentlich schon gesunken???? Ohne es wahrhaben zu wollen! Und dann vielleicht irgendwann das große Erstaunen: Das haben wir ja alles nicht gewusst. Wir haben doch nur TV-Unterhaltung konsumiert und hier und da gelesen. Mehr doch nicht. Vielleicht waren wir auch etwas benebelt von Alkohol, Drogen, Beruhigungs-, Antistress- etc. pillen. Und natürlich ist es ganz menschlich und mir selbst überhaupt nicht fremd, Angst davor zu haben, etwas auszusprechen. was doch niemand hören will.

 

Bemerken möchte ich noch, dass die Gesetze zum Urheberschutz oder Copyright meiner Ansicht nach reine Augenwischerei sind. Geschützt werden von unseren vielen Rechtsansprüchen in unserem Rechtsstaat in erster Linie die, die wie große Firmen Rechtsabteilungen unterhalten oder Privatpersonen, die so betucht sind, dass sie locker Tausende von Euros in den Sand setzen können, falls sie verlieren. Die, die am wenigsten haben, dürfen allerdings locker (locker? weiß ich nicht wirklich, nehme ich nur an)  auf Armenrecht hin prozessieren. Das bezahlt dann wohl die Allgemeinheit, denn der Rechtsanwalt wird ja wohl nicht umsonst arbeiten. Ich jedenfalls habe über 2500,- € in einer anderen Sache verloren und zu meinem Erstaunen später im Urteil gelesen, dass mein Fall nie wieder aufgenommen werden darf. Hhmm....

 

Dass ich selbst geistig seit Jahren bestohlen werde, hat mir natürllich nie gefallen, ich habe es aber hingenommen, weil ich mir gewünscht habe, dass die von mir vertretenen Ideen verbreitet werden. Nur leider habe ich nicht bedacht, dass alle Ideen - wie die von Jesus bis Marx zeigen - auch missverstanden werden können. Und leider können sie sogar zu Zwecken heran gezogen werden, die das gerade Gegenteil von dem anstreben, was der Ideenurheber sich gedacht hat. Und einen Teilhard de Chardin mit einem Ken Wilbert (ich glaube, der war es) in irgendeine Art von Beziehung zu setzen, zeugt von einer solch seelischen Dummheit - die durchaus mit einer gewissen Art von Intelligenz und akademischen Würden einher gehen kann - dass es mir lange Zeit die Sprache verschlagen hat. (Man meditiere einmal über diese Redensart. Sie kann meiner Ansicht nach viele gesellschaftliche Phänomene erklären.)

 

Abschließend kann ich ja noch dies loswerden: Niemand sollte mir oder irgend jemandem, vielleicht auch noch verärgert oder vorwurfsvoll, jemals sagen: "Ja, weshalb hast du denn nicht....?" so lange er sich nicht mal auch nur die geringste Mühe gemacht hat, über meine/dessen/deren Lage nachzudenken. Denn zu viele können eben nichts anderes bedenken als sich selbst und immer nur sich selbst und nichts anderes als sich selbst. Naja.... was wohl noch bei dem ganzen heraus kommen wird, muss dem Himmel überlassen bleiben. Hoffentlich nichts noch Schlimmeres.

 

Hier endet mein heutiger Einschub. In all den Jahren habe ich übrigens keine einzige Reaktion oder Abo-Bestellung auf diese Website hin bekommen. Ich hätte mich über jede Mail sehr gefreut, die ja einfach per Klick abzusenden gewesen wäre. Die vielen Schweiger, die Nicht-Antworter, die Selbstbediener, die Aufsteh-und-weggeher, die IM oder Arten von IM, nehme ich stark an, zu viele, zu viele. Wenn irgendwie Internet-technische Hilfe für mich vom Himmel fällt, möchte ich mich ab und zu unter Twitter oder Facebook äußern.

 

Z w e i t e r  E i n s c h u b,  S t a n d   9. August 2018:

 

Ich höre nicht gern, dass ich jemanden "an den Pranger" gestellt hätte. (Wobei mir einfällt, wie vor vielen Jahren diejenigen, die für vergammeltes Fleisch im Döner verantwortlich waren, nie genannt wurden, weil es doch unfein, oder so ähnlich, ist, jemanden "an den Pranger" zu stellen. Das nur nebenbei als eine der Assoziationen, die ich ständig zu allem habe). Ich hörte natürlich vor Jahren auch nicht gern, dass ich eine Nestbeschmutzerin sei. Und vor noch mehr Jahren wurde ich auch nicht gerne angezischt, dass ich doch in die DDR gehen solle, wenn mir etwas an der BRD nicht gefiele. Wie weit jemand lieber schweigt oder sich jederzeit "politisch korrekt" etc. verhalten möchte, muss er mit sich selbst abmachen. Ich möchte jedoch folgendes aussprechen, wenn ich es auch nicht gerne tue:

 

Wenn jemand in einem Heim aufwächst und vielleicht nur schlechte

Gesellschaft und Vorbilder um sich hatte (ich sage "vielleicht", da ich nichts über die Zustände in deutschen Heimen weiß. Wobei mir auffällt, dass ich als sparsame Radio-Hörerin mehr über rumänische Kinderheime als über deutsche erfahren habe), dann würde ich nichts, was er in frühen Jahren getan hat, leicht gegen ihn halten. Er konnte es ja vielleicht einfach nicht besser wissen, und ich würde nicht von ihm erwarten, dass er resistenter gegen schlechte Einflüsse ist als die Mehrheit. Wenn aber jemand jenseits seiner Lebensmitte nun als Yoga-Lehrer gilt und sogar ausbilden und andere zu Yoga-Lehrern zertifizieren darf und dann plötzlich enthüllt, dass er 16-jährig mit Schusswaffen gehandelt hat und dazu auch heute als Teil seines Lebens steht (an den genauen Wortlaut erinnere ich mich leider nicht. Der Ton war aber ganz selbstzufrieden), dann frage ich mich doch, was hier eigentlilch läuft, wenn egal wer "Yoga" vertreten und sogar unterrichten darf. Ich selber habe vielleicht sogar dazu mit beigetragen. Das war aber nach bestem derzeitigem  Wissen und voller Wohlwollen für Mitmenschen, die sich bemühen, sich mit Hilfe von Yoga-Übungen und Yoga-Lebenseinstellungen zum Besseren zu verändern. So dachte ich jedenfalls. Denn leider neige ich zum Idealisieren und sehe öfter Menschen besser als sie sind. Was wahrscheinlich Schwarz-Weiß-Denker sich von einer Kritikerin schlecht vorstellen können. 

 

"Mögen alle Wesen glücklich sein" ist eine in manchen buddhistischen Kreisen beliebte Floskel. Als Geshe Tubten Gwang, der damalige, mir sehr gütig und natürlich völlig echt erscheinende Leiter des Tibetischen Zentrums in Hamburg, noch lebte, sagte ich einmal zu ihm: "Ich begreife nicht, weshalb ich z.B. Kriegstreibern, Waffenhändlern, Diktatoren, Spaltern, Ausbeutern, Menschenschindern etc. wünschen sollte, dass sie glücklich  sind. Das schlägt doch jedem Gerechtigkeitsempfinden ins Gesicht. Ich wünsche es denen jedenfalls  nicht." Darauf der Geshe: "Diese Worte werden immer verkürzt benutzt. Der Buddha hat gesagt, dass alle Menschen den Weg zum Glücklichsein erkennen und befolgen mögen." Das kann ich persönlich auch jedem Wesen wünschen, tue es sogar sehr. Auch die Worte Meher Babas "Don't worry. Be happy" wurden verkürzt, u.a. auch per T-Shirt, verbreitet. Er sagte ungefähr (die genauen Worte habe ich vergessen und jetzt keine Zeit, sie nachzusehen): "Tun Sie getreulich das, was ich gesagt habe, und sorgen Sie sich dann nicht weiter. Und seien Sie glücklich im Gedenken an mich."

 

Wir leben gerade in einer Zeit, in der durch die vielen Internet-Möglichkeiten und dem weitgehend zum Kommerz gesunkenen Verlagswesen vieles - sei es gut oder schlecht - in Windeseile in alle Ecken der Welt verbreitet werden kann. Und so schnellebig, stressig und unsicher ist das heutige Leben für sehr viele, und so raffiniert sind psychologische Manipulationsverfahren geworden, dass man wohl kaum erwarten darf, dass die Mehrheit noch die Kraft hat, sich Gehirnwäschen verschiedenester Art zu entziehen. Und doch gilt immer mehr das Diktat der Mehrheit, d.h. auch Wunsch- und Illusionsbefriedigung. Buchverlage beauftragen Freie, vielleicht auch Lohnabhängige, so genau weiß ich das nicht, Ideen aus fremden Quellen zu sammeln, die gerade gut ankommen. Und daraus wird dann ein Buch auf Bestellung gemacht. Doch gesprochen wird von Authentizität, Originalität etc. Was für ein schlechter Witz! Und was für ein diebisches Vorgehen. Das Buch als Ware, konzipiert für beste Verkäuflichkeit. Doch gesprochen wird von Bildung und Ethik. Was für ein schlechter Witz!

 

Und nur dies noch (das, was eigentlich meine Freizeit hätte sein sollen, ist schon wieder vorbei): Es ist ein weiterer schlechter Witz, wenn psychologische Expertise in Auftrag gegeben wird, um zu "erforschen", wie es zu gewalttätigen Schülern/Schülerinnen kommen kann. Wie sollen Kinder denn  nicht deppressive bzw. aggressive Tendenzen entwickeln, wenn sie per TV, Games etc. mit Gewalt geradezu gefüttert werden. Was passiert auf zu vielen deutschen TV-Schirmen? Es wird geschossen, gemordet, geblutet, gelogen, getrickst. Sexualität wird zum Mittel zu Zwecken, die weit entfernt von Liebe sind, missbraucht. Frauen und Männer legen sich, von kurzlebigem animalischem Trieb überwältigt, gegenseitig flach, auch auf Küchentischen oder sonstwo, was dann wohl besondere Leidenschaftlichkeit andeuten soll. Dabei müssten sie je nach Gelegenheit oft nach Alkohol oder Nikotin, vielleicht auch Salamiwurst oder Lachshäppchen  schmecken. Gut riechen können sie oft auch nicht, verschwitzt oder von einer Toilette kommend, die nicht wie in manchen Ländern mit Bidet oder Wasserschlauch zur gründlichen Reinigung ausgestattet ist. Und da wird von "Kultur" gesprochen. Von Liebeskultur kann aber wohl nicht die Rede sein. Und wie Ehepaare mit einander oder Eltern mit ihren Kindern in vielen TV-Sendungen sprechen! Lieblos, schimpfend, vorwurfsvoll, heraus fordernd, frech. Und da soll sich jemand wundern, wenn viele Kinder nicht zur reinen Freude gedeien?

 

Nun Schluss, mir reicht es selbst. Wenn ich mich über die vielen "Forscher" ärgern möchte, rufe ich mir immer einen Kabarettisten (Name weiß ich nicht) in Erinnerung: "In Deutschland wird doch jemand schon zum Polarforscher erklärt, wenn er nur mal an einem Zitroneneis geschleckt hat." Dank denjenigen Mitbürgen, die es schaffen, andere trotz allgemeinen Wahnsinns und Verdummungsstrategien zum Lachen zu bringen.

 

S t a n d  1 2.  A u g u s t  2 0 1 8

Hoffentlich letzter Einschub. Ich würde meine Zeit lieber mit etwas anderem zubringen, sehe mich aber selbst als verantwortungsbewusste und vernünftige Staatsbürgerin und deshalb:

 

So schlimm wie ich immer wieder denke, kann es mit der Selbstzensur und Bevormundung in den vielen Branchen der Meinungsmache und Meinungsverbreitung doch nicht sein. Wie mich das freut! Denn heute Morgen war im Radio eine Kantate von J.S:Bach zu hören, auf deren Wortlaut sogar noch hingewiesen wurde. Er war in etwa: Siehe zu, o Christenheit, dass deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei.

Ein Satz in der anschließenden Sendung brachte mich zum Nachdenken. Es wurde gesagt, so habe ich es jedenfalls registriert, dass die meisten Menschen sich so schlecht/sündig vorkämen, dass sie - gäbe es die Hölle  - damit rechnen würden, in die Hölle zu kommen. Wenn es tatsächlich so ist, könnte das erklären, weshalb so viele Menschen glauben (möchten), dass mit ihrem leiblichen Tod schwupp-die-wupp alles vorbei ist. Falsch gelebt und dann umgefallen, mausetot, das große Nichts. Wer würde das Nichts nicht der Hölle vorziehen. Obwohl ich finde, dass zu viele Menschen sich nicht sehr gut verhalten, wäre ich doch nie auf die Idee gekommen, dass sie sich selbst schlecht vorkommen. Das muss allerdings schon mitten im Leben ein kleines Vorhöllengefühl erzeugen. Es würde auch erklären, weshalb anscheinend viele  lieber Ablenkung, Zerstreuung, Betäubung, Rausch, künstliche Gefahrensituationen, Risikosportarten  etc. suchen als sich durch und durch lebendig und ihrer selbst bewusst zu fühlen (was bei Zerstreuung, Betäubung, Anspannung etc. nicht möglich ist)

 

Schon vor fast einem Jahrhundert fiel Shri Yogendra auf, dass wohl der Himalaya platt gewalzt werden sollte, d.h. ganz Indien auf ein und dasselbe Niveau gebracht werden sollte (bildlich gesprochen).

Als ich 1958-60 in New York lebte (kein Luxusaufenthalt! Kein organisierter Schüleraustausch! Kein von Papa und Mama bezahltes Programm zwecks Chancenvergrößerung des Nachwuchses! Kein Abenteueraufenthalt! Kein Geschenk von irgend jemandem, sondern viel Arbeit und viel Kopfschmerzen) nahm ich mit Staunen wahr, dass fast alle Menschen in der U-BAhn das gleiche Buch lasen. Ein, zwei, drei Wochen später lassen sie dann alle ein anderes Buch, aber wieder alle das gleiche! Haben die Menschen hier denn gar keinen eigenen Geschmack, keine eigenen Interessen und Vorlieben fragte ich mich verwundert. Ich kann viel Gutes und Sympathisches über die Amerikaner, die ich in dieser Zeit kennen lernte, sagen  (dem sozialen Status nach alles Durchschnittsmenschen, wie ich es selbst auch war).  Deshalb darf ich auch sagen, dass ich ihren Konformismus und ihr  schlichtes Einheitsdenken allerdings gewaltig fand. Aber ist es hier sehr anders? Die Gleichmacherei ist ja inzwischen  zur Tugend bzw. zum Gebot erhoben worden. Wir sind alle gleich! Allen Menschen dieselben Rechte! Jedem gebührt Respekt! Jedem ist dieselbe Würde zuzusprechen! Etc. Natürlich sind das alles nur Lippenbekenntnisse, denn in der Praxis zählen Unterschiede ganz gewaltig. Wie jeder wissen könnte, wird vor manchen gekatzbuckelt, während andere schikaniert werden. Und was ich gerade über die große finanzielle Benachteiligung von pflegenden Familienangehörigen

gehört habe, zeigt auch ein Messen mit zweierlei Maß.

 

Der große Denkfehler und die Gehirnwäsche von der angeblichen Gleichheit aller zeigt sich, wie ich finde, auf verantwortungslose Weise auch in der sogenannten esoterischen oder spirituellen Szene. Wenn manche auf derselben Schule waren und dasselbe Zertifikat erworben haben oder bei demselben Lehrer im Unterricht waren,  dann müssen sie doch wohl gleich sein und das Gleiche wissen! "Ein Lehrer/Guru ist wie das Meer", schrieb Shri Yogendra einmal. "Jeder Schüler kann so viel von ihm mitnehmen, wie sein Gefäß fassen kann." Manche füllen sich einen Fingerhut, und verkaufen dann Tropfen. Gegen einen guten Tropfen ist auch überhaupt nichts einzuwenden. Wenn der Tropfen aber zwecks besserer Verkaufserlöse verdünnt und noch auf Fassinhalt gestreckt wird, dann finde ich persönlich das bei einem so ernsten Thema wie Yoga und der damit verbundenen Beeinflussung von Menschen verwerflich.

 

Und dies noch nebenbei: Die antiken Griechen werden gern die Erfinder der Demokratie genannt. Dabei wird aber nicht gesagt, dass sie sich auch in ihren demokratischen Zeiten  Sklaven und Leibeigene hielten. Über die Kindererziehung in Sparta  möge man einmal nachlesen! Die Kinder gehörten ab dem 6. Lebensjahr dem Staat.

S c h lu s s des Einschubs vom 12.8.

 

 

Klicken Sie sich aber bitte nicht gleich wieder weg. Die Rubrik "Bisherige Themen" zeigt an, was in "Yoga und ganzheitliche Gesundheit" schwerpunktmäßig alles behandelt wurde. Auch wenn viele der Artikel schon viele Jahre alt sind, haben sie  an Aktualität eher gewonnen als verloren. Denn weder Einzelne noch unsere Gesellschaft insgesamt sind seither gesünder geworden. Im Gegenteil. Psychische, mann kann auch sagen emotional oder geistig bedingte Krankheiten wie Depression, Burn-out, Borderline, Angst- und Panik-Attacken haben zugenommen.

 

Richtig verstandener und in den Alltag Schritt für Schritt integrierter klassischer Yoga kann bei unterschiedlichsten Problemen und Krankheiten helfen, weil er an der Wurzel ansetzt, statt sich mit einzelnen Symptomen aufzuhalten. Das ist aber nicht von heute auf morgen und nur durch ein paar schöne Worte zu erreichen.

 

Was man selbst tun kann, um gesünder, vitaler, lebensfroher und selbstverantwortlicher zu werden, wird immer wieder in den Heften unter vielen Aspekten - Körper, Lebensstil, geistige und leibliche Ernährung, Arbeitseinstellung, Konzentration, Gesellschaft, mitmenschliche Beziehungen und mehr - behandelt. Und natürlich werden auch Übungen vorgestellt und erklärt, d.h.  Asanas, Pranayamas, Kriyas und anderes. Fragen zum besseren Verständnis eines sehr wichtigen Grundlagenwerks des klassischen Yoga, d.h. dem "Yoga Sutra" des Patanjali. werden ebenfalls regelmäßig von Dr. Jayadeva Yogendra beantwortet. Hinzu kommen gelegentlich Interviews sowie Reiseberichte aus sehr persönlicher Sicht über Mumbai (früher Bombay), Dharamsala, Kalkutta, Igatpuri, Ladakh, Teheran, Kathmandu und Rumänien.

 

Gebracht werden außerdem sehr oft Zitate aus vielen Quellen in allen Ecken der Welt zu verschiedenen Zeiten. Sie sollen verdeutlichen, wie universal Fragen über das Leben und die darauf gefundenen Antworten sind. Bei aller Unterschiedlichkeit der Kulturen, Religionen, Zeiten und Lebensumstände gleichen sich Fragen und Antworten je mehr, desto näher man dem Kern - statt nur der sichtbaren Oberfläche - kommt. Und das ist ja auch das letztendliche Ziel des klassischen Yoga: zum eigenen Kern zu kommen; sich selbst zu verstehen; sein begrenztes Ego, das oft einsam und isoliert macht und zu Ängsten neigt, zu überschreiten und sich so letztendlich zu "verwirklichen". Doch das ist ein langer Weg.

 

Viele der Artikel sind Erstübersetzungen aus der Monatsschrift "Yoga and Total Health". Diese wird herausgegeben (unter anderem Titel seit 1933) von dem 1918 von Shri Yogendraji (1897-1989) gegründeten "The Yoga Institute" in Mumbai. Die Artikel stammen meist aus indischer Feder sowie von internationalen Schülern des Instituts. Hinzu kommen die Artikel der Herausgeberin Hella Naura, die sich gezielter an deutsche Leser und Leserinnen in unseren Lebensumständen hier richten.

 

Ein Klick auf "Sonderpreis" zeigt Ihnen, wie leicht und günstig Sie an viel, viel nützliches Wissen kommen können. Unter "Yoga-Arbeiten" finden Sie noch mehr Lesestoff.

 

Verpflichtet und auf immer dankbar für mehr Rundum-Gesundheit, mehr intellektuellen Durchblick, mehr Geduld und mehr Lebensfreude ist die Herausgeberin ihrem Lehrer, Dr. Jayadeva Yogendra (geb. 1929), der ihr seit 1975 bekannt ist. Er ist der Sohn von Shri Yogendraji und "Mother" Sita Devi (1912-2008), Pionierin des "modernen" Yoga für Frauen. Er kommt in "Yoga und ganzheitliche Gesundheit" regelmäßig zu Wort.   

 

 

 

"Bete nicht um mehr Butter auf deinem Brot,

sondern um die Stärke, sie dir zu verdienen."

 

"Der Mensch ist das, was sein Chitta (in etwa "Persönlichkeits-Komplex" oder "Denk-und-Fühlorgan") ist."

(Shri Yogendraji)

 

 

"Gesundheit gilt im Yoga - positiv ausgedrückt - als sprudelnde Vitalität

und - negativ ausgedrückt - als Freiheit von allen Krankheiten."

(Sita Devi Yogendra)

 

 

"Es ist harte Arbeit, sich so zu verändern,

dass man die anderen liebt. Und es ist so leicht,

wenn man am anderen Ufer angekommen ist."

(Dr. Jayadeva Yogendra)

 

 

"Frage: Ist es wichtig, beim Üben den Atem anzuhalten?

Antwort: Asana-Praktizierende sollten sich langsam dem Statischen

annähern, sowohl beim Einhalten von Körperstellungen

wie auch bei der Atmung. Atembeherrschung führt zu mehr

Stetigkeit und innerer Ruhe und ist eine gute Grundlage für Meditation."

(Hansaji Yogendra)

 

 

 

Seit dem 16. Februar strahlt ein Licht weniger auf dieser Erde.

Dr. Jayadeva Yogendra (1929 - 2018) ist körperlich nicht mehr. Doch sein Einfluss zum Besseren wirkt weiter in den Vielen, die von ihm lernten oder nur Rat bei ihm  suchten und befolgten.

 

"Kannst du nicht Stern am Himmel sein, sei Lampe im Haus."

So lautet ein arabisches Sprichwort. In unserer Zeit wird durch die Medien im weitesten Sinne suggeriert, dass man ein Star (englisch Stern) oder zumindest ein Winner werden muss, weil man sonst ein Nichts, ein Loser ist. Dadurch wird der Wert und die Wichtigkeit der kleineren Lampen im Haus übersehen. Doch in einem dunklen Haus, in dem es zu selten leuchtet und strahlt, haben es Partnerschaften, Ehen und heran wachsende Kinder schwer, gut zu gedeihen. Sorgen wir also - jeder an seinem Platz - für mehr Licht.

Je mehr Licht, desto weniger Düsternis und Unfriede.   

 

Fortsetzung am 14.4.2018:

"Sorgen wir also - jeder an seinem Platz - für mehr Licht.", wie  oben geschrieben ist gut und schön, aber vielleicht nicht realistisch. Man kann sich selbst ja nicht wie eine Stehlampe anknipsen. Erst einmal in sich selbst für mehr Helligkeit zu sorgen, um davon vielleicht auch etwas nach außen abgeben zu können, kann nicht auf bloßen Wunsch und guten Willen hin geschehen. Man braucht - außer wenn einem vielleicht schon alles in die Wiege gelegt und durch die Muttermilch mitgegeben wurde - Geduld, Ausdauer und Orientierung (damit man seine Kraft nicht für etwas einsetzt, was letzten Endes doch nichts bringt). "Yoga und ganzheitliche Gesundheit" hat sich über 20 Jahre lang bemüht, mehr von dieser Orientierung in Verbingung mit hilfreichen Techniken zu verbreiten, aber nach der sehr kleinen Abonnentenzahl zu urteilen mit sehr wenig Erfolg. Es hat wohl nicht interessiert oder überzeugt.

 

Die Ernte, die man erwarten darf, hängt von der ausgestreuten Saat ab. Und Unkraut gedeiht immer besser und stärker als Kulturpflanzen, wenn sich alles selbst überlassen bleibt. Mit Saat meine ich das, was durch Fernsehen, Zeitschriften, Berichterstattung, Werbung, Marketingstrategien, Moden, Internet, manche Lebenshilfe-Ratgeber-Literatur etc. seit Jahren in Köpfe  ausgestreut worden ist. Meiner Meinung nach viel Unkraut. das jetzt wuchert. Dazu gehört auch, dass angeblich alles ganz einfach, schnell, bequem, spielerisch, locker, spannend etc. sein muss oder  sich alles mit genügend Geld kaufen lässt - sogar Gesundheit oder Freude. Auch ein Studium neben Berufsarbeit oder verantwortungsvolle Kindererziehung neben Aufstieg auf der Karriereleiter müssten laut Werbung und Suggestion leicht hinzukriegen sein. Auch eine Fremdsprache lernt man angeblich ganz nebenbei, ohne Vokabellernen und auf unterhaltsame Weise, wenn man nur die neueste, wissenschaftlich erwiesene, auf neurologischer Forschung beruhende Methode kennt und kauft. Bei so viel Unkraut, d.h. so viel Lüge, verdrehter Sicht und falschen Erwartungen haben Kulturpflänzchen, die nun mal ein gewisses Maß an Sorgfalt und Pflege brauchen um zu gedeihen, schlechte Chancen. Das weiß jeder Gärtner. Und die meisten machen sich gerne die Mühe, denn das Ergebnis bringt ihnen Freude.  Aber viele andere scheinen es nicht zu wissen oder wollen es vielleicht nicht wissen.

 

Doch zur Zeit haben wir Frühling und trotz nicht so schönen Wetters blüht es wenigstens in den Schrebergärten in der Nähe. Das erfreut  das Herz - nicht nur das der Gärtner, die die Arbeit und Mühe hatten, sondern auch das aller Vorübergehenden - sofern sie den Kopf frei genug haben, um die Schönheit zu bemerken.